Faszienbehandlung beim Therapeuten: Therapiearten & Anbieter

Wenn Sie unter starken Schmerzen oder Verspannungen leiden und mit einer Faszienrolle keine Besserung erzielen, kann es sinnvoll sein, einen Faszientherapeuten aufzusuchen. Inzwischen gibt es unterschiedliche Therapiesysteme, die wir Ihnen im folgenden Artikel vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

Faszienbehandlung bei einem Rolfer

Der Begriff „Rolfing“ ist markenrechtlich geschützt und beschreibt die Methode einer manuellen Körperarbeit. Ursprünglich wurde diese als „Strukturelle Integration“ bezeichnet und wurde in den 1950er Jahren von Ida Rolf, einer US-amerikanischen Biochemikerin, entwickelt. Noch heute wird an Idas früherer Schule, dem Rolf Institute in Boulder/USA sowie deren Niederlassungen diese Methode unterrichtet.

Als die Biochemikerin damals die „Strukturelle Integration“ entwickelte, ging sie davon aus, dass das Fasziengewebe eine bedeutende Rolle für die Körperhaltung spiele. In ihrem Buch „Rolfing and Physical Reality“ schrieb sie, dass die Faszien das Organ der Körperhaltung seien. Doch niemand würde dieses erwähnen und jeder spreche lediglich über Muskeln. Trotzdem sei es ein wichtiges Konzept und Rolfer benötigen Kenntnisse in der Physiologie und in der Anatomie, ganz besonders aber in der Anatomie der Faszien. Nach Rolfs Theorie verstärken und verhärten sich die Faszien, wenn der Körper einer dauerhaften Belastung, beispielsweise im Alltag, ausgesetzt ist oder aber infolge von Verletzungen, Unfällen oder Operationen. Derartige Verhärtungen und Verstärkungen können die Beweglichkeit erheblich einschränken und Fehlhaltungen sogar noch verstärken. Um die Körperhaltung nachhaltig zu verbessern, sah Rolf nur den einen Weg: Die selbst entwickelte manuelle Behandlung der Faszien.

Faszienbehandlung

Wie läuft eine Behandlung beim Rolfer ab?

Im Mittelpunkt der Behandlung stehen die Verbesserung von Bewegungsmustern, der Statik sowie dem Wohlbefinden und nicht einzelne Symptome oder Beschwerden. Ziel ist es, eine aufrechte und gelöste Haltung zu erreichen, als auch eine freiere und tiefere Atmung. Auch die Bewegungen sollen nach der Behandlung leichter sein. Häufig erleben Patientin nach der Behandlung ein Gefühl von Leichtigkeit und Gelöstheit. Außerdem hat jede Veränderung im Körper auch einen erheblichen Einfluss auf die Psyche, sodass sich die neu gewonnene, entspannte Haltung sowie das neue gute Körpergefühl auch auf die Seele und insbesondere auf das Selbstbewusstsein auswirken können.

Das Rolfing-Konzept besteht insgesamt aus 10 Sitzungen:

  • Auftaktsitzungen (1., 2. und 3. Sitzung): In den drei ersten Sitzungen werden äußere Spannungsmuster aufgelöst. Infolge dessen fließt die Atmung freier und auch Nacken, Schultern, Arme sowie Hände fühlen sich beweglicher an. Das Gleiche gilt für die Beine und Füße.
  • Kernsitzungen (4., 5, 6. und 7. Sitzung): In diesen Sitzungen wird dafür gesorgt, dass sich der Körper wieder natürlich aufrichtet. Verschiedene Faszienhüllen der Skelettmuskulatur werden so gedehnt, dass die Muskeln wieder frei in die Faszienhüllen gleiten können. Zusätzlich wird auch die Wirbelsäule entlastet, indem die störungsfreien Verbindungen zwischen Kopf, Rumpf und Beinen wieder hergestellt wird.
  • Integrative Sitzungen (8., 9. und 10. Sitzung): Der Schwerpunkt liegt in diesen Sitzungen auf der Integration. Hier wird die Durchlässigkeit der Bewegungen geprüft und mögliche Störungen beseitigt. Patienten sollen ein Gespür für ihren Körper entwickeln, damit sie nach den 10 Sitzungen immer wieder zu einer aufrechten und gelösten Körperhaltung zurückfinden können.

Für wen eignet sich die Rolfing-Therapie?

Die Rolfing-Therapie eignet sich für Menschen jeden Alters, deren Ziel es ist, ein gelöstes Körpergefühl und eine gesunde Körperhaltung zu erreichen. Ebenso ist die Therapie für Menschen geeignet, die an chronischen Schmerzen leiden. Wer im Alltag und im Berufsleben einer einseitigen Belastung ausgesetzt ist, kann ebenfalls die Rolfing-Therapie ausprobieren. Aber auch für Menschen, die einen Unfall erlitten haben oder eine schwere Operation über sich ergehen lassen mussten, kann das Rolfing hilfreich sein. So kann die Therapie chronische Schmerzen im Bewegungsapparat lindern und sogar Viele Sportler, Schauspieler, Musiker, Sänger und Tänzer schwören auf dieses Behandlungskonzept.

Was kostet die Rolfing-Therapie?

Eine Sitzung beim Rolfer dauert 60 bis 90 Minuten. Die Höhe der Kosten pro Sitzung variieren je nach Rolfer. Eine einheitliche Gebührenordnung o.ä. existiert nicht, sodass die Therapeuten den Preis für eine Sitzung selbst festlegen können. In der Regel kostet eine Sitzung zwischen 60 und 100 Euro. Viele Rolfer bieten auch einen Festpreis für die 10 Sitzungen an oder Ermäßigungen für Patienten mit geringem Einkommen.

Die Kosten für die Rolfing-Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland in der Regel nicht übernommen. Im Hufeland-Verzeichnis, in dem anerkannte Naturheilverfahren aufgeführt werden, wird die Rolfing-Therapie nicht aufgeführt, sodass auch private Krankenversicherungen die Kosten in der Regel nicht übernehmen.

Wo finde ich einen Rolfer?

Einen Rolfer in Ihrer Nähe finden Sie auf der Webseite des Rolfing Verband Deutschland e.V. sowie auf der Seite des Vereins European Rolfing Association. Hier finden Sie auch weitere ausführliche Informationen über das Rolfing.

Faszienbehandlung nach der Senmotic-Methode

Die Senmotic-Methode wurde von Frank W. Demann im Jahr 1990 entwickelt und die Kampfkunst Wing Chun spielte hier eine bedeutende Rolle. So wollte Demann die „lebendige Form der Anatomie“ kennenlernen und absolvierte eine Ausbildung zum Rolfer. In seiner Praxis behandelte er Patienten mit der Rolfing-Methode und unterrichtete abends die Kampfkunst. Im Laufe der Jahre entwickelte Demann neue Techniken und ließ die Grundlagen der Rolfing-Methode aber nie außer Acht. Hieraus entstand dann die Senmotic-Therapie. Dabei setzt sich „Senmotic“ aus den Wörtern „sensorisch“ und „motorisch“ zusammen und ist ein geschützter Begriff.

Im Jahr 2001 hatte Demann sein Konzept soweit entwickelt, dass dieses der breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Er veröffentlichte einige Bücher, wie zum Beispiel „Beweglicher – schmerzfreier – leistungsstärker mit Senmotic-Faszien-Therapie“, und begann damit, Senmotic-Therapeuten auszubilden.

Wie läuft eine Behandlung beim Senmotic-Therapeuten ab?

Da die Senmotic-Methode auf der Rolfing-Therapie basiert, finden auch hier 10 Sitzungen statt:

  • Behandlung der oberflächlichen Faszien (1., 2. und 3. Sitzung): Beim sogenannten Bodyreading geht es um die Erweiterung des Atemmusters sowie die Verlängerung des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken. Auch die Fußstellung wird korrigiert und Beine sowie Rücken werden Behandlung. Außerdem wird die Außenlinie des Körpers verlängert und es wird damit begonnen, an den Armen zu arbeiten.
  • Behandlung der tiefen Faszien (4., 5., 6. und 7. Sitzung): Hier werden die Faszien unter anderem an Ober- und Unterschenkeln, Bauchmuskeln und rund um die Wirbelsäule mobilisiert. Auch im Gesicht, am Nacken und den tiefen Halsmukseln wird gearbeitet.
  • Verbindende Sitzungen (8., 9. und 10. Sitzung): In den letzten Sitzungen geht es um das Zusammenspiel und die Integration der Beine und des Rückens, des Schultergürtels und der Arme sowie Unterkörper und Oberkörper.

Für wen eignet sich die Senmotic-Therapie und mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Die Senmotic-Therapie ist für die gleiche Zielgruppe geeignet wie bei der Rolfing-Therapie und auch die Kosten dürften sich im gleichen Rahmen bewegen.

Wo finde ich einen Senmotic-Therapeuten?

Es gibt in vielen großen deutschen Städten Senmotic-Therapiezentren. Eine Übersicht und Adressen finden Sie auf der Webseite von Senmotic Therapy

Faszienbehandlung nach der LNB-Methode

Die LNB-Schmerztherapie wurde von Dr. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht (LNB) entwickelt, die eine Bewegungstherapie und Ostepressur (manualtherapeutische Akutmaßnahme) beinhaltet. Die Schmerzspezialisten sprechen hier von einer Gesundheitstherapie zur Stoffwechseloptimierung, um die Schmerzfreiheit durch eine Gesundung zu unterstützen. Laut eigenen Angaben gehen 90 Prozent der behandelten Patienten schmerzärmer oder schmerzfrei nach Hause.

Liebscher und Bracht gehen davon aus, dass muskulär-fasziale Fehlspannungen Schmerzen verursachen und nicht Verschleiß oder Schädigungen. Die entstehenden Schmerzen nennen die Therapeuten Alarmschmerzen. Verspannte oder auch verkürzte Muskeln, die beispielsweise durch eine einseitige Belastung entstehen, lösen in unserem Gehirn Reaktionsmuster aus. Infolge dessen kommt es zu Blockaden und Schmerzen. Unser Gehirn möchte uns dann durch diese Alarmschmerzen vor Beschädigungen warnen. Mithilfe einer speziellen Osteopressur-Technik werden dann manuelle Impulse direkt am Knochen ausgelöst. Diese Impulse sollen unser Gehirn dazu bringen, den Schmerz loszulassen, umso wieder beweglicher zu werden.

In die Therapie hat Dr. Petra Bracht ihre Arzterfahrung und Roland Liebascher-Bracht sein Wissen um Kraftübertragung, Hebel und Rotation einfließen lassen. Hieraus entstand nach eigenen Angaben eine „einzigartige, natürliche und hochwirksame Methode“.

Wie läuft eine Behandlung beim LNB-Therapeuten ab?

Die Therapie basiert auf den folgenden Bausteinen:

  • Anamnese: Zunächst wird der Therapeut die Schmerzhistorie erfassen, umso die exakten „Warnschmerzen“ zu finden. Mithilfe des Schmerzmodells wird dem Patienten erklärt, warum seine Schmerzen entstehen.
  • Schmerzpunktpressur: Nach der Anamnese geht es weiter mit der Schmerzpunktpressur, um Muskelspannungen, die „fehlprogrammiert“ sind, zu löschen. Der Therapeut nutzt hierfür seine Hände und übt Druck auf die Schmerzpunkte aus, sodass das muskuläre fasziale Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Schmerzen können hier schon reduziert oder ganz beseitigt werden.
  • Engpassdehnungen: Bei den Engpassdehnungen handelt es sich um spezielle Übungen, bei denen aktive und passive Dehnreize gesetzt werden. Zudem werden hier Ansteuerungs- und Kräftigungsimpulse gesetzt. Diese Übungen dienen dazu, die Schmerzpunktpressur zu verstärken und können vom Patienten auch zu Hause durchgeführt werden. So sollen die Patienten die Fähigkeit zur Selbstdiagnose entwickeln, um ihren Körper zukünftig schützen zu können.

Auch nach den einzelnen Sitzungen werden die Patienten nicht allein gelassen. Es erfolgen Behandlungs- und Erfolgskontrollen sowie eine umfassende Nachbetreuung.

Was ist der Online-Schmerzcoach?

Neben der regulären Therapie bei einem NLB-Therapeuten kann auch der Online-Schmerzcoach von Liebscher und Bracht genutzt werden. Patienten erhalten hier Zugriff auf mehr als 500 Übungsvideos in Mitmachlänge. Allerdings ist das nicht kostenlos. Eine Monatsmitgliedschaft kostet 79,95 Euro im Monat und eine Jahresmitgliedschaft 29,95 Euro. Wenn Sie sich für dieses Online-Programm interessieren, finden Sie auf der Webseite von Liebscher und Bracht weitere Informationen.

Für wen eignet sich die LNB-Therapie?

Die LNB-Therapie eignet sich für Menschen, die an Schmerzen leiden, die durch die Muskulatur bedingt sind. Sinn und Zweck der LNB-Therapie ist es nicht, einen Patienten dauerhaft zu behandeln, sondern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Für den Erfolg der Therapie ist entscheidend, wie konsequent der Patient mitarbeitet und seine erlernten Engpassdehnungen zu Hause durchführt.

Was kostet die LNB-Therapie?

Die ausführliche Schmerzanamnese kostet um die 115 Euro. In diesem Preis ist die DVD mit den Engpassdehnungen bereits enthalten. Die Behandlung selbst dauert 60 bis 70 Minuten und kostet um die 90 Euro. Je nach Dauer des Leidens und Schwere der Schmerzen sind drei bis vier Sitzungen erforderlich. Einige LNB-Therapeuten bieten auch ein 20- bis 25-minütiges Beratungsgespräch an, indem Sie sich über die Behandlung informieren können und der Therapeut seine Einschätzung zum Behandlungserfolg abgibt. Kostenlos ist dieses Gespräch aber leider nicht und schlägt noch einmal mit ca. 25 Euro zu Buche.

Leider werden die Kosten für die LNB-Behandlung in der Regel weder von der gesetzlichen noch von der privaten Krankenversicherung übernommen.

Wo finde ich einen LNB-Therapeuten?

Die Praxis von Liebscher und Bracht befindet sich in Bad Homburg, in der Nähe von Frankfurt am Main. Einen Therapeuten in Ihrer Nähe können Sie mithilfe der Suchfunktion auf der Webseite von Liebscher und Bracht finden.

Faszienbehandlung bei einem Faszium-Therapeuten

Die Faszium-Therapie wurde von der Physiotherapeutin und Osteopathin Kirsten Jacobi sowie von dem Physiotherapeuten und Osteopathen Carsten Huffmeyer entwickelt. Es handelt sich bei dieser Therapie um eine Kombination aus Physiotherapie, Osteopathie und Faszientechniken. Hier wird dann noch einmal zwischen einer symptombezogenen und einer ganzheitlichen Behandlung unterschieden. Während es bei der systembezogenen Behandlung darum geht, den Schmerz zu beseitigen und das Wohlbefinden wiederherzustellen, geht es bei der ganzheitlichen Behandlung darum, den ganzen Körper zu behandeln, umso zukünftigen Beschwerden vorzubeugen. Laut den beiden Therapeuten hat die Faszium-Therapie einen positiven Einfluss auf den Bewegungsapparat (muskuloskelettale System), die Organe (viszerales System) sowie auf Gehirn und Nerven (craniosakrales System). Infolge dessen können Verspannungen gelöst, die Beweglichkeit erhöht, die Leistungsfähigkeit gesteigert, die Durchblutung verbessert und die Schmerzen verringert werden. Zudem lassen sich mit der Faszium-Therapie auch emotionale Blockaden lösen.

Des Weiteren bietet Faszium auch eine Fortbildung zum Faszium-Therapeuten an und wendet sich mit diesem Angebot an Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Masseure.

Wie läuft eine Behandlung beim Faszium-Therapeuten ab?

Wie jede andere Behandlung auch, wird zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch geführt. In den Behandlungen selbst geht es darum, die Ursache-Folge-Ketten aufzulösen, wofür mit kraniosakralen, viszeralen und parietalen Techniken gearbeitet wird. Mithilfe dieser speziellen Handgriffe werden die Faszien wieder in ihre ursprüngliche Struktur zurückgeführt.

Für wen eignet sich die Faszium-Therapie?

Die Faszium-Therapie kann laut den Therapeuten bei den folgenden Beschwerdebildern eingesetzt werden:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Tinnitus und Schwindel
  • Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen
  • Hüftschmerzen
  • Knieschmerzen und Fußschmerzen (Fersenporn)
  • Bandscheibenvorfall (subakut Halswirbelsäule bis Lendenwirbelsäule)
  • Tennisarm
  • Zähneknirschen
  • Atemprobleme
  • Burn-Out-Syndrom

Was kostet die Faszium-Therapie?

Eine Sitzung dauert zwischen 30 und 90 Minuten. Dabei können je nach Schweregrad mehrere Sitzungen sinnvoll sein. Je nach Länge der Sitzung liegen die Preise zwischen 30 und 80 Euro. Erfragen Sie bitte die Kosten beim jeweiligen Therapeuten. In der Regel werden die Kosten auch nicht von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen.

Wo finde ich einen Faszium-Therapeuten?

Auf der Webseite von Faszium finden Sie eine nützliche Suchfunktion. Hier können Sie ihre Postleitzahl eingeben und es werden dann alle Faszium-Therapeuten in Ihrer Nähe angezeigt.

Faszienbehandlung bei einem FDM-Therapeuten

Das Fasziendistorsionsmodell – kurz FDM – wurde von dem verstorbenen US-amerikanischen Osteopathen Stephen Typaldos Anfang der 90er Jahre entwickelt. Zuerst nannte er sein Therapiekonzept „Orthopathie“, eine Kombination aus den Wörtern Orthopädie und Osteopathie. Bei seinen Patienten erkannte Typaldos in den Beschreibungen der Beschwerde immer wiederkehrende Muster, obwohl sie alle unterschiedliche Erkrankungen hatten. Diese Muster betrafen die Wortwahl und die Körpersprache. Er ging dann von sechs speziellen Störungen innerhalb der Faszien aus (Fasziendistorsionen):

  • Triggerband: Kalzifizierung, Aufspaltung und Verdrehung der bandartigen Faszienschicht durch eine Fehlbelastung.
  • Hernierter Triggerpunkt: Verwölbung (Protrusion) von Fasziengewebe aus einer tiefen Faszienschicht durch eine darüber liegende Gewebsschicht.
  • Kontinuumdistorsion: Verschiebung der Fasziengewebe in der Übergangszone zwischen zwei verschiedenen Gewebearten (z. B. Knochen und Sehne).
  • Faltdistorsion: Verdrehte Faltfaszien an den Gelenken durch Kompressions- und Zugkräfte in Verbindung mit einer Rotation.
  • Zylinderdistorsion: Verhakung und Überlappung der zylindrischen Windungen der oberflächlichen Faszien
  • Tektonische Fixation: Faszienfläche verliert Gleitfähigkeit sowie Qualität und Quantität von Synovialflüssigkeit.

Laut des European Fascial Distortion Modell Accociation (EFDMA) werden die Faszien durch die tägliche Belastung, einen Unfall oder Verletzungen beeinträchtigt. Infolge dessen treten Funktionseinschränkungen und Schmerzen auf. Mithilfe der FDM-Therapie können die auslösenden Faktoren identifiziert und mit speziellen Handgriffen gelöst werden.

Wie läuft eine Behandlung beim FDM-Therapeuten ab?

Die FDM-Therapie besteht aus drei Schritten. Im ersten Schritt wird der FDM-Therapeut die Wortwahl und Körpersprache des Patienten interpretieren. Die Ergebnisse geben Hinweise auf die entsprechenden Faszienverformungen. Ergänzt wird die FDM-Diagnose noch durch eine umfangreiche Anamnese sowie Untersuchungen. Auch Blutuntersuchungen, Röntgenbilder etc. können mit einfließen. Im zweiten Schritt wird der Patient durch gezielte Handgriffe behandelt und die Faszienverformungen werden korrigiert. Hier wird entweder mit starkem Druck gearbeitet oder Distorsionen werden mit Kompression und Traktion manipuliert. Schon bei der Behandlung kann der Patient die Ergebnisse beurteilen. Werden keine Erfolge erzielt, wird die Behandlungsmaßnahme angepasst. Stellt sich sofort ein Erfolg ein, wird die Behandlung entsprechend fortgesetzt.

Für wen eignet sich die FDM-Therapie?

Die FDM-Therapie wird bei folgenden Beschwerdebildern eingesetzt:

  • Akute Schmerzen durch Hexenschuss, steifen Nacken, Verrenkungen oder Verstauchungen
  • Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen und Schulter- und Nackenschmerzen
  • Sportverletzungen (z. B. Muskelfaserriss, Prellung oder Bänderzerrung)
  • Symptome wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Kraftverlust oder Instabilität
  • Bewegungseinschränkungen

Auch für Patienten mit internistischen Problemen kann die FDM-Therapie hilfreich sein. Dies sollte jedoch vorher medizinisch abgeklärt werden.

Was kostet die Faszium-Therapie?

Eine FDM-Sitzung kostet zwischen 70 und 120 Euro. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten nicht erstattet. Private Krankenkasse übernehmen in der Regel die Therapiekosten. Sie sollten aber vor der Behandlung mit Ihrer Krankenkasse sprechen und die Kostenübernahme klären.

Wo finde ich einen FDM-Therapeuten?

Auf der Webseite der European Fascial Distortion Modell Accociation (EFDMA) können Sie gezielt nach einem Therapeuten in Ihrer Nähe suchen.

Faszienbehandlung bei einem Physiotherapeuten oder Osteopathen

Reine Physiotherapeuten und Osteopathen ohne eine der zuvor genannten Zusatzausbildungen bieten eine gezielte Faszienbehandlung nur selten an. Häufig wird diese dann als „manuelle Therapie“ bezeichnet. Es handelt sich dann um eine Tiefengewebsmassage. Wenn Sie die Behandlung bei einem Physiotherapeuten oder Osteopathen bevorzugen, fragen Sie einfach bei den Praxen in Ihrer Nähe nach, ob spezielle Faszienbehandlungen angeboten werden.

Auf der Webseite des VOD (Verband der Osteopathen Deutschland) finden Sie eine Therapeutenliste. Hierin sind alle Osteopathen aufgelistet, die eine medizinische Berufsausbildung (Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut) absolviert haben und über eine langjährige berufsbegleitende ostepathische Ausbildung verfügen.

Einen Physiotherapeuten können Sie auf den Webseiten der folgenden Verbände finden:

Die Kosten für Physiotherapie und Osteopathie variieren von Therapeut zu Therapeut. Informieren Sie sich vorab über die anfallenden Kosten und fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese sich entweder beteiligt oder die Kosten ganz übernimmt.

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